Veranstaltungskalender

Hier sehen Sie alle Veranstaltungen des Semesters 1/2019 in chronologischer Reihenfolge:
 
 
 

GESCHICHTE

Die 68er zwischen Heroisierung und Historisierung

Angesichts einer wachsenden politischen Instrumentalisierung der jüngeren deutschen Geschichte plädiert Aleida Assmann für eine Aufklärung zu Fragen des kulturellen Gedächtnisses einer Nation. In ihren Studien engagiert sie sich gegen Geschichtsvergessenheit und für eine Erinnerungskultur.

In ihrem Vortrag wird sie die 68er Bewegung zwischen Heroisierung und Historisierung analysieren. Die Referentin erhielt 2018 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

 

Referentin: Prof. Dr. Aleida Assmann, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin
Zeit:Mittwoch, 6. Februar, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

THEOLOGIE

Segnen für die Lebensreise – Konfirmation und Familienbiografie

Nach wie vor spielt die Konfirmation eine zentrale Rolle in den evangelischen Gemeinden. Ihre traditionelle kirchliche Deutung als Bekenntnisakt steht jedoch in Spannung zum Erleben der Jugendlichen selbst und ihrer Familien. Für sie markiert die Konfirmation eher das Ende der Kindheit und den Übergang ins Jugendalter (Passageritus). Tatsächlich ist die Konfirmation schon immer

eine komplexe Feier, in der Religion, Familie und individuelle Lebensgeschichte zusammenkommen und sich gegenseitig erschließen.

Der Vortrag geht auch auf die römisch-katholische Firmung, die Barmizwa im Judentum und die Jugendweihe ein.

 

Referent: Rainer Starck, Pfarrer, Schuldekan i.R.
Mittwoch, 13. Februar, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

GESCHICHTE

Die Geschichte der Karlsruher Juden

Seit über 300 Jahren leben Juden in Karlsruhe. Vor fast 80 Jahren wurden nahezu alle von ihnen aus ihrer Heimat vertrieben. Anschließend wurden die meisten ermordet.

Der Referent schlägt einen weiten Spannungsbogen zwischen Toleranz gegenüber den Juden im 18. Jahrhundert, Emanzipation oder Assimilation im 19. Jahrhundert, Ausschluss und Verfolgung bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Schließlich werden die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden in der Nachfolgegesellschaft thematisiert.

 
Referent: Jürgen Schuhladen-Krämer, Historiker
Zeit: Donnerstag,14. Februar, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

KUNST

Zwischen Lichtund Dunkel - Leben und Werk von Rembrandt Harmenszoon van Rijn

350 Jahre nach Rembrandts Tod (1606 - 1669) widmet sich dieser Vortrag dem niederländischen Künstler, der als einer der bedeutendsten Maler des Barock gilt - einer Zeit, in der die Niederlande eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte erlebten. Anhand ausgewählter Werke werden Ihnen nicht nur die Themen und stilistischen Merkmale seines Schaffens vorgestellt. Sie erhalten außerdem einen Einblick in das Leben und die Kunst dieses Goldenen Zeitalters der Niederlande.

 

Referentin: Anette Ochsenwadel M.A., Kunsthistorikerin
Zeit: Mittwoch, 20. Februar, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

POLITIK

Das Stimmrechtist ein Menschenrecht!“
100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland.

Am 12. November  1918 erhielten die deutschen Frauen endlich das Wahlrecht und durften am 19. Januar 1919 die Nationalversammlung mit wählen. Mit viel Kreativität wurde um dieses Wahlrecht gekämpft. Die SPD unterstützte als einzige Partei im Kaiserreich das Frauenwahlrecht. Anhand einiger Frauen der deutschen Frauenstimmrechtsbewegungen werden die Handlungsspielräume deutlich: Sie umgingen das Vereins- verbot (bis 1908), nutzten die Möglichkeiten der Presse und forderten durch juristische Kniffe die politisch Verantwortlichen heraus.

 
Referentin: Prof. Dr. Sabine Liebig, Dozentin für Neue und Neueste Geschichte und ihre Didaktik an der PH Karlsruhe
Zeit: Donnerstag, 21.Februar, 10:00 bis 11:30Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

LITERATUR/PHILOSOPHIE

 

Leben im Horizont der Ungewissheit
Der Philosoph Karl R. Popper (1902 – 1994)

Die Menschen möchten die Welt verstehen, in der sie leben. Davon ist Popper überzeugt. Wir brauchen Erkenntnisse, auf die wir uns verlassen können und die uns Orientierung geben. Diese Erkenntnisse sind keine endgültigen Wahrheiten; sie gelten nur so lange, bis wir bessere Antworten gefunden haben. Der Mensch ist aufgerufen, aus der Erfahrung zu lernen und auf kritische Einwände zu hören: in der Wissenschaft, in der Gesellschaft und bei der eigenen Lebensgestaltung. Dies kennzeichnet die Offenheit der Philosophie von Popper.

 

Referentin: Annegret Wolfram, Seminarleiterin
Zeit:Mittwoch, 27. Februar, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

WIRTSCHAFT

Wirtschaftskrisen im Vergleich: 1929 – 1939 und 2009 – 2019

10 Jahre nach der Weltwirtschaftskrise 1929 hatte die Weltwirtschaft noch nicht wieder Tritt gefasst. Schließlich brachte 1939 der 2. Weltkrieg neue Not über die Menschen. 10 Jahre nach der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 boomt die Weltwirtschaft. Der Vortrag zeigt in einer zeitlichen Gegenüberstellung auf, welche Lehren die verantwortlichen Ökonomen und Politiker (nicht) gezogen haben.

 

Referent: Dr. Gerhard Stöckigt, Dipl.-Wirtschaftsingenieur
Zeit: Donnerstag,28. Februar, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

THEOLOGIE

Alle Menschen sind unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung willkommen.“
Die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare

 

2016 verabschiedete die Landessynode einen Beschluss zur Trauung gleichgeschlechtlicher Paare. Pro- und Contra- Positionen zur Segnung oder Trauung gleichgeschlechtlicher Paare werden vorgestellt. Welche Bibelstellen sind relevant, und wie können sie ausgelegt werden? Welches Trauverständnis hat die evangelische Kirche? Was unterscheidet eine Segnung von einer Trauung? Seit dem Synodenbeschluss gilt auch in der Badischen  Kirche: Einander aus der Hand Gottes in Liebe annehmen gilt für alle Partnerschaften, die sich kirchlich trauen, auch für eingetragene Lebenspartnerschaften. Können das alle Amtsträger mittragen? Der Beschluss muss in der Breite der Landeskirche kommuniziert werden, die jungen alten sind hierfür eine gute Gelegenheit.

 
Referent: OKR Dr. Matthias Kreplin
Zeit: Mittwoch, 13. März, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

POLITIK

Rechtsextremismus

Spätestens seit der Enttarnung des NSU ist die Diskussion um Rechtsextremismus wieder in den öffentlichen Fokus gerückt. Auch Ereignisse wie die Aufmärsche in Chemnitz im August 2018 führen dazu, dass die Debatte um Rechtsextremismus in der Öffentlichkeit präsent ist. Dabei stehen verschiedene Fragen im Raum: Was versteht man eigentlich genau unter Rechtsextremismus, und welche Strömungen gibt es? Wie weit ist er verbreitet, und was gehört zum Kernbestand der Ideologie? Wie kommt es zu Rechtsextremismus, und warum hängen Menschen dieser Ideologie an? Und schließlich: Was kann man eigentlich dagegen tun?

Dieser Vortrag beschäftigt sich mit der extremen Rechten in Deutschland, insbesondere auch in Baden-Württemberg. Er gibt einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und die Strategien der extremen Rechten und ordnet dieses Phänomen wissenschaftlich ein.

 

Referent: Felix Steinbrenner, Landeszentrale für politische Bildung BW
Zeit: Donnerstag,14. März, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

THEOLOGIE

Hiob in der Uniklinik“ – Erfahrungen aus der evangelischen Krankenhausseelsorge

 

Donnerstag gegen Abend auf der Station. „Guten Abend. Darf ich mich vorstellen? Ich bin die Kli- nikseelsorgerin.“ Der Patient, wie sich herausstellt, ist von Beruf selbst Arzt und schon seit Jahren aus der Kirche ausgetreten. Er weiß, dass er bald sterben wird und erzählt, wie schwer es ist, mit seiner Frau darüber zu reden. „Sie will das nicht wahrhaben.“ Eine Stunde lang spricht er über seine Zweifel, seinen Kinderglauben und über Gott. Und die Klinikseelsorgerin hört zu und fragt nach.

 

Zur Zeit arbeiten neun evangelische Klinikseel- sorgerinnen und –seelsorger in den Heidelberger Kliniken, die meisten von ihnen auf 50% Stellen. In dem Vortrag „Hiob in der Uniklinik“ erfahren Sie mehr über deren Arbeit, die dunklen und die hellen Seiten dieses Berufes.

 

Referentin: Dr. Marita Rödszus-Hecker, Pfarrerin und Klinikseelsorgerin
Zeit:Mittwoch, 20. März, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

GESCHICHTE/MUSIK

[Tischgespräche
Die 68er – Gespräch, Diskussion und Musik

 

Wie Musik, Zeit und Menschen einander bedingten. Protestlieder haben die 68er geprägt. Mit ihrer Sehnsucht nach Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit und im Widerstand gegen Atomwaffen und Krieg bezogen sie eindeutig Stellung. Woran erinnern Sie sich? Und was verbinden Sie heute (noch) mit den Idealen und Ihren persönlichen Erfahrungen und Sehnsüchten, die in der Zeit um 1968 beheimatet sind?Falls Sie jünger oder älter sind: Wie erging es Ihnen in dieser Zeit?

Freuen Sie sich auf eine Zeitreise mit Musik und Gespräch. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

 

Live-Musik: Beni Feldmann, Liedermacher aus Freiburg
Moderation: Pia Leitgieb
Experten: Sie selbst, das Publikum und Klaus Nagorni
Zeit: Donnerstag, 21. März, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

KUNST/MUSIK/THEATER

Das Theater in der Orgelfabrik und die Welt der Musik

 

Seit 31 Jahren gibt es das „Theater in der Orgelfabrik“. Als „Autorentheater“ hat es einen ganz besonderen Stellenwert in der Karlsruher Theaterlandschaft. Die Initiatoren und Autoren berichten über die Besonderheiten ihrer Arbeitsweise und die Entwicklung der Stücke, die eigens für die Orgelfabrik und auf das jeweilige Ensemble zugeschnitten geschrieben werden.

Während der Spielzeit gibt es die Mittwochsreihe „Welt der Musik“. Sie beschäftigt sich mit unterschiedlichen Themen und Komponisten von Monteverdi über Bach bis Beethoven. Mit Briefen, Berichten und Anekdoten von und über die Komponisten wollen die Autoren auch diese Reihe beleuchten.

 
Referenten: Gabriele Michel, Theaterregisseurin und Dr. Franco Rosa, Theaterregisseur
Zeit: Mittwoch, 27. März, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

LITERATUR/GESCHICHTE

Die Einzigartigkeit der Prager Literatur

 

Franz Kafka, Lenka Reinerová, Karel Čapek, Milan Kundera… - all diese Autor_innen sind ein Teil der „goldenen“ Hauptstadt des heutigen Tschechiens. Über Prag erzählt man zwei ähnlich mythische Geschichten: Einerseits wird sein geheimnisvoller Charakter zwischen Diesseits und Jenseits hervorgehoben (z.B. in der Golem-Legende), andererseits seine rational-reformatorische Tradition seit dem Hussitismus betont. Der Vortrag setzt sich kritisch mit beiden Mythen auseinander. Die Einzigartigkeit der Prager Literatur liegt nämlich in ihrer Vielfalt: Sie entstand auf Tschechisch und Deutsch und verband drei Nationen (außer Tschechen und Deutschen auch Juden).

 

Referent: PhD Václav Petrbok, Literaturwissenschaftler
Zeit: Mittwoch, 3. April, 10:00 – 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

UMWELT
Klimawandelkonkret
Regen – Stürme – Dürre...

 

Die Dürre des letzten Sommers hat uns deutlich vor Augen geführt: Der Klimawandel ist real! Was erwartet uns in Zukunft? Was können wir tun? Professor Prinz stellt sich der Frage, wie sich der Klimawandel hier in naher und ferner Zukunft auf unser Leben auswirken wird und welche Auswirkungen das Geschehen auf andere Regionen der Welt haben wird. Was bedeutet das wiederum für unsere Gesellschaft hier, Stichwort „Klimaflüchtlinge“? Welche Rolle spielen dabei unser Lebensstandard und unser Kaufverhalten? Was können und müssen wir lokal und national tun oder lassen, um den Klimawandel in Grenzen zu halten?

 
Referent: Prof. Dr. Dieter Prinz, KIT
Zeit: Donnerstag, 4. April, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

MEDIZIN

Was (und wer) macht christlichen Kranken- häusern das Leben schwer?

 

Über die Hälfte der Krankenhäuser in Baden- Württemberg schreibt rote Zahlen. Der ökonomische Druck hat in den letzten Jahren enorm zugenommen, während die Krankenkassen zugleich Rücklagen in Milliardenhöhe angehäuft haben.

Kommunale Häuser werden mit Millionenbe- trägen aus der Stadtkasse gestützt und private Krankenhauskonzerne schließen unrentable Krankenhäuser. Die freigemeinnützigen Häuser jedoch, zu denen die christlichen Krankenhäuser gehören, sind auf sich allein gestellt. Wie kann ein christliches Haus in Zeiten zunehmender Ökonomisierung der Medizin seine Lebensfähigkeit sichern, ohne sein Profil zu verlieren?

Ein Einblick in den Alltag der durch die Fusion der St. Vincentius Kliniken mit dem Diakonissenkrankenhaus entstandenen ViDia Christliche Kliniken Karlsruhe verdeutlicht den Spagat zwischen ökonomischem Druck und Menschlichkeit.

 
Referent: Dr. Karlheinz Jung, Vorstand ViDia Christliche Kliniken Karlsruhe
Zeit: Mittwoch, 10. April, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

MUSIK

Musik von Leid und Leidenschaft
Johann Sebastian Bachs Johannespassion

 

Die Passionsmusik nach dem vierten Evangelium hat Bach in seinem ersten Leipziger Amtsjahr als Thomaskantor für den Karfreitag 1724 komponiert. Dabei geht er nicht nur den Stationen des Leidens Jesu nach, sondern er schlägt eine Brücke von der Passion in Richtung österlicher Vollendung. Dramatik und Betrachtung finden zu einer Einheit. Der Vortrag mit Klangbeispielen führt in das musikalisch-theologische Spannungsfeld ein. Auch die Besonderheit der vier verschiedenen Fassungen und die kontrovers diskutierte Frage nach judenfeindlichen Akzenten in Bachs Musik kommen zur Sprache.

 

MEINRAD WALTER (geb. 1959) ist ein ausgewiesener Kenner im interdisziplinären Gespräch zwischen Musik und Theologie.  Er promovierte über Johann Sebastian Bachs geistliche Vokalmusik und war anschließend in Wissenschaft, Journalismus und Verlagswesen tätig. Heute ist er durch Radiosendungen, Vorträge und Workshops einem breiten Publikum bekannt. Im Herbst 2018 erschien seine Werkeinführung zu Bachs Johannespassion in zweiter Auflage (Carus-Verlag)

 

Referent: Prof. Dr. Meinrad Walter, stellv. Leiter des Amts für Kirchenmusik der Erzdiözese Freiburg, Honorarprofessor an der Musikhochschule Freiburg
Zeit: Donnerstag, 11. April, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

THEOLOGIE

Passionsandacht

„Gott, hilf mir!“ so beginnt der Wochenpsalm für die Karwoche. „Das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke im Schlamm.“ Mit einprägsamen  Bildern gibt er weitaus mehr von der inneren Not wieder, als es Worte oft können.

Ulrike von Arnim hat mit ihrem künstlerischen Talent Psalmen in Bilder verwandelt. In der Passionsandacht wird Pfarrerin Judith Winkelmann, inspiriert von diesen Bildern, der Botschaft der Psalmen nachgehen. In ihnen liegt eine heilsame Kraft, wenn sie denen eine Sprache geben, die selbst keine Worte mehr finden. Sie zeugen nicht nur von der Not, sondern ebenso von der Erfahrung, in der Not bewahrt und getragen zu sein. Mitten in der Bedrängnis wird Gottes heilende Kraft und rettendes Wirken sichtbar.

 

Referentinnen: Pfrin. Judith Winkelmann, Ulrike von Arnim, Künstlerin
Zeit: Mittwoch, 17. April, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

THEOLOGIE

Bauern, Ketzer,Wiedertäufer
Der linke Flügel der Reformationund die protestantische Vielfalt

 

Nur kurzzeitig haben sich Bauern, Reichsritter, Humanisten und andere Gruppierungen nach der Reformation gegen die „Altgläubigen“ verbündet. Die Gemeinsamkeit zerbricht rasch, vor allem wegen der Differenzen im Abendmahlsverständnis. Am linken Flügel entsteht eine neue, zeitweise sehr wirkungsvolle Gruppe, die als „Wiedertäufer“ falsch und als Taufgesinnte nur unzureichend beschrieben ist. Der Vortrag spürt den damaligen spannenden Wegen nach - Vielfalt als Merkmal reformatorischer Theologie.

 

Referent: Prof. Dr. Traugott Schächtele, Prälat für den Kirchenkreis Nordbaden
Zeit: Donnerstag, 2. Mai, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

LITERATUR

Die genialste Schandschnauze des Mittelalters“ Walther von der Vogelweide

 

Die Herkunft des Dichters liegt im Dunklen. Seine Statusunsicherheit machte er mit teilweise übertriebenen Selbsterhöhungen wett. Allerdings bedeutete sein Erfolg bei einem literarischen Wettstreit am Wiener Hof für ihn ein geistiges Adelsdiplom: seinen Eintritt in die Literaturgeschichte.

Kunstsicher und reimkräftig wandte er sich von den Vertretern der „reinen Minne“ ab und begann von „wechselseitigen Minnefreuden“ zu singen. Die Unruhen seiner Zeit prägten sein unstetes Leben: Als „Reichssänger  und Hausierer“ prangerte er in vielen seiner Lieder politische, soziale und zwischenmenschliche Missstände an. Querulantischer Unruhegeist oder genialer Poet seiner Zeit?

 

Referentin: Juliane Aschoff, Lehrerin i.R. Begleitung: Bernhard Wendel mit der Gruppe „Loeffelstielzchen“, AG für Alte Musik des Melanchthongymnasiums  in Bretten
Zeit: Mittwoch, 8. Mai, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

GESCHICHTE

Europäischer Kolonialismus
Kolonialistische Denkmuster in literarischen Texten

 

An Bestseller-Texten des 17., 18. und 19. Jahrhunderts soll gezeigt werden, wie gerade die Literatur dazu beigetragen hat, kolonialistische Vorurteile, Stereotypen, Einstellungen und Bewertungen in Bezug auf nicht-europäische Gesellschaften, auf den fremden Anderen zu etablieren und somit die europäische Perspektive ein für allemal als die einzig geschichtlich „wahre“ zu behaupten.

Bis heute stehen wir im Bann dieser Behauptungen, z.B. der Überlegenheit der „weißen Zivilisation“. Das Referat entfaltet sich auf Grundlage des Buches: „Das Janusgesicht Europas. Zur Kritik des kolonialen Diskurses“.

 

Referent: Prof. Götz Großklaus, Literaturwissenschaftler
Zeit: Mittwoch, 15. Mai, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

THEOLOGIE

Kirche unterm Abrisshammer? – Gott behüte! Neue Herausforderungen für Kirchenbauten

 

Rund 400 Kirchen und Gottesdiensträume wur- den von 1990 bis 2016 in der EKD abgerissen oder verkauft - eine Folge des strukturellen Wandels in unserer Kirche.

Der Architekt Jürgen Keller zeigt, welche Herausforderungen sich heute an Kirchenräume stellen, wie man ihnen am sinnvollsten begegnen kann und warum Skaterkirchen keine Alternative sind. Ein besonderes Augenmerk wird auf bereits realisierte Projekte gelegt. Insbesondere in der regionalen Ausrichtung und Perspektive unterscheiden sich die Konzepte beträchtlich voneinander.

Wie können Kirchenräume ihre wichtige Rolle im Gemeinwesen behalten? Können diversifizierte funktionale Ausprägungen und kirchlicher Auftrag sinnvoll miteinander verschränkt werden? Welche Konsequenzen hat eine erfolgreiche Neukonzeptionierung für das Selbstverständnis der Gemeinden?

 

Referent: Dipl.-Ing. Architekt Jürgen Keller, Evang. Dekanat KA
Zeit: Donnerstag,16. Mai, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

GESELLSCHAFT

Wenn das Unfassbare geschieht Notfallpädagogik bei psychotraumatisierten Kindern und Jugendlichen

 

Die Initiative Notfallpädagogik wurde vor zwölf Jahren in Karlsruhe gegründet. Seitdem sind Notfallpädagogen weltweit im Einsatz nach Naturkatastrophen und Kriegen.

Das Unfassbare geschieht jeden Tag. Danach ist nichts mehr, wie es war. Täglich werden Kinder durch Gewalt, Misshandlung, Missbrauch, Krieg, Vertreibung, Unfälle oder Naturkatastrophen traumatisiert. Psychotraumata sind seelische Wunden, die bei mangelhafter Versorgung zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen können.

Notfallpädagogik setzt ein in der frühen Phase nach der erlebten Katastrophe, in der sich entscheidet, ob ausreichende Selbstheilungskräfte des Kindes aktiviert werden können oder ob daraus eine psychische Erkrankung entsteht.

 

Referent: Bernd Ruf, Leiter des Parzival Schul- zentrums in Karlsruhe, Mitbegründer der Initiative Notfallpädagogik
Zeit: Mittwoch, 22. Mai, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

THEOLOGIE

Karl Barth und seine Rede von Gott und Welt

 

Als der Basler Theologe Karl Barth 1968 starb, füllte sich zur Trauerfeier das Münster bis auf den letzten Platz, sogar der Rundfunk übertrug die Feier. Böse Zungen sagen, dass damals mehr Menschen ins Münster kamen, als es heute noch Reformierte in Basel gibt. Die öffentliche Bedeutung der Kirche ist in den letzten 50 Jahren rapide gesunken. Selbst Theologen bezeichnen eine Dogmatik wie die von Barth, die Welt und Gott

als Ganzes in den Blick nimmt, als einen Panzer, der moderne Religiosität plattwalzt. Aber haben uns die großen Geschichten dieses großen Theologen, Texte wie die Barmer Theologische Erklärung oder die Kirchliche Dogmatik, wirklich nichts mehr zu sagen?

Wir begeben uns auf die Spuren von Barths Gotteserzählung und lassen uns von ihnen mitten in die Moderne leiten. Am Wegesrand entdecken wir manchen geheimen Ort, von dem aus sich Gott in neuem Lichte darstellt.

 

Referent: Pfr. Dr. Lucius Kratzert
Zeit: Donnerstag, 23. Mai, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

THEOLOGIE

Bibeltreu, konservativ, populistisch? DiePolitisierung der evangelikalen Bewegung in Deutschland und den USA

 

Über 80% der weißen Evangelikalen in den USA wählten Donald Trump zu ihrem Präsidenten. Das Bündnis zwischen Rechtspopulisten und Bibeltreuen bildete sich über Jahrzehnte heraus und trägt heute zur tiefen Spaltung der US-Gesellschaft in „conservatives“ und „liberals“ bei.

Ist die vergleichsweise schwache evangelikale Bewegung in Deutschland ebenso politisiert? Steht sie heute der AfD nahe und nicht mehr wie früher den Unionsparteien? Oder ist sie immer noch unpolitisch? Und wer gehört, genau genommen, in den USA und in Europa zur evangelikalen Bewegung? Welche theologischen, ethischen und politischen Positionen verbinden die unterschiedlichen Evangelikalen aus Freikirchen, Pietismus, Bekenntnisbewegung und Pfingstgemeinden?

Referent: Dr.rer.nat.habil. Hansjörg Hemminger, ehemaliger Weltanschauungsbeauftragter der Evang. Landeskirche in Württemberg
Zeit: Mittwoch, 29. Mai, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

UMWELT

Mobilität um jeden Preis?
Ein neuer Autobahnanschluss für den Baden Airpark

 

Durch das enorm dichte, aus Straßen geknüpfte graue Wegenetz schaffen es Tiere kaum noch, sich schadlos in der Landschaft zu bewegen. Seit 2002 schreibt das Naturschutzgesetz vor, ein grünes Wegenetz, den Biotopverbund, zu sichern und damit die Mobilität in der Natur (wieder) zu ermöglichen.

Im Widerspruch hierzu steht der geplante Autobahnanschluss für den Flughafen Baden-Airpark bei Hügelsheim. Durch eine bislang kaum tangierte Niederungslandschaft plant der Landkreis Rastatt den Bau einer schnellen Straßenanbindung mit einer Prognose von 16.000 Kraftfahrzeugen täglich. Ein Vorhaben,  das trotz des nötigen Dreiklangs der Nachhaltigkeit - Schutz der Natur, Entwicklung der Wirtschaft und Förderung sozialer Gerechtigkeit - extrem einseitig ausgerichtet ist. Straßenbau zur Wirtschaftsförderung. Dabei bedroht die Straße nicht nur die Natur, sondern auch die Zukunft eines Schäfereibetriebes.

 

Referent: Martin Klatt, Diplom-Biologe, Referent für Arten- und Biotopschutz beim NABU BW, Mitglied des Umweltbeirats der Badischen Landeskirche
Zeit: Mittwoch, 5. Juni, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

LITERATURSEMINAR

Frauengestalten bei Theodor Fontane (1819 – 1898)

 

Theodor Fontane und seine Romane – wer kennt sie nicht, wer liebt sie nicht? Viele lesen sie vor allem wegen der anrührenden Liebesgeschichten, die sie immer auch bieten. Aber es steht sehr viel mehr darin, und man sollte sie langsam – am besten zweimal hintereinander – lesen, um all die Kostbarkeiten zu entdecken, die in ihnen verbor- gen sind, z.B. wunderbare Frauengestalten und ein humorvoll kritisches Portrait der Gesellschaft des wilhelminischen Kaiserreiches.

Im Seminar wollen wir uns mit drei Frauen aus den drei tonangebenden Sozialmilieus des Kaiserreiches beschäftigen. Die zugehörigen Männer werden nicht zu kurz kommen – der Kontrast macht den Reiz aus! Ich schlage zur Lektüre und Besprechung vor: „Effi Briest“ für das adelige Milieu, „Frau Jenny Treibel“ für das großbürgerliche Milieu Berlins und „Mathilde Möhring“ für das Kleinbürgertum.

 
Referentin: Ingrid Rumpf, OStRin i.R.
Zeit: Mittwoch und Donnerstag,12. und 13. Juni, 10:00 bis 12:00 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

KUNST

Requiem für meine Mutter“ Vortrag und Dokumentarfilm

 

Bilder aufnehmen aus Liebe zur Wahrheit – so beschreibt Christine Reeh-Peters ihre Motivation, Dokumentarfilme zu realisieren. In ihrem Vortrag spricht sie über einige ihrer Filme und berichtet, welche Phasen ein Film durchläuft – von der Idee bis zur Projektion auf die Leinwand.

Im Anschluss an den Vortrag zeigt sie ihren Diplomfilm „Requiem für meine Mutter“ (Essayfilm, Portugal 2001, 38 Min.). Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter verarbeitete die damals 27-jährige Regisseurin die Geschehnisse, indem sie ihrer Mutter einen Videobrief schrieb.

Die in Karlsruhe aufgewachsene Christine Reeh- Peters ist promovierte Kunstphilosophin und besuchte in Lissabon die Staatliche Filmhochschule ESTC. Seit 2017 leitet sie die Kinemathek Karlsruhe. In den Jahren zuvor war sie als Produzentin und Regisseurin teils preisgekrönter Filme in Lissabon tätig.

 

Referentin: Dr. Christine Reeh-Peters
Zeit: Mittwoch, 26. Juni 10:00 bis 12:00 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

THEOLOGIE

Ringen mit Gott Tiefenpsychologische Auslegung der Geschichte vom Kampf am Jabbok

 

Die Bibel ist ein Buch voller seelischer Weisheit, ein Handbuch für gute Psychologen. Die faszinierende Erzählung vom Kampf am Jabbok spielt nicht nur in der Nacht und im Dunkeln, sondern bleibt irgendwie auch im Dunkeln. Jakob kämpft mit – ja mit wem eigentlich? Offenbar ist es

den Beteiligten selbst unklar; sie erkundigen sich wechselseitig: „Wer bist du?“ „Wie heißt du?“ Viele haben sich an der Deutung des geheimnisvollen Textes versucht, auch viele Maler und Dichter wie Thomas Mann.

Eine tiefenpsychologische Auslegung hilft, das Rätsel zu enthüllen und macht deutlich: Der Kampf am Jabbok ist ein Ursymbol für einen menschlichen Reifungsprozess, einen Prozess, den wir alle in unserem Leben durchkämpfen müssen. Mit Gott in dunklen Stunden zu ringen, ist eine unvermeidliche Aufgabe für den Menschen des 21. Jahrhunderts.

 

Referent: Prof. Dr. Manfred Oeming, Ordinarius für alttestamentliche Theologie Universität Heidelberg
Zeit: Donnerstag,27. Juni 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

POLITIK

Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten.

 

Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht. Deutschland trägt massiv Mitverantwortung an der Massenflucht. Ganz legal – mit Genehmigung der Bundesregierung und der nachgeordneten Kontrollbehörden – rüsten deutsche Waffenschmiede seit Jahren Scheindemokraten und Diktatoren hoch und stabilisieren ihre Macht. Das Ergebnis ist augenscheinlich: Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten.

Der Buchautor und Kampagnensprecher Jürgen Grässlin geht in seinem Vortrag den entscheidenden Fragen auf den Grund.  Er zeigt konkrete Handlungsoptionen auf und fordert: Die Grenzen müssen geöffnet werden für Menschen und geschlossen werden für Waffen.

 

Referent: Jürgen Grässlin, Sprecher der Kampagne
»Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!«, Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros e.V., Autor
Zeit: Mittwoch, 3. Juli 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

SEMESTERSCHLUSS

Impressionenaus dem Baskenland – Bilbao und Guggenheim – mit Musik

 

Ein Besuch in Bilbao, der Kulturhauptstadt Spaniens, der Metropole des Baskenlandes, öffnet Horizonte in architektonischer, kultureller, histo- rischer und kulinarischer Hinsicht. An ausgewählten Beispielen eröffnen Teilnehmende der Reise auch Ihnen Ausblicke auf das Land.

Begleitet wird der Vormittag mit Musik von Peter Gortner, Organist, Dirigent, Tenor. Dazu gibt es Kaffee und Gebäck. Ein weiterer Höhepunkt ist die Austeilung des neuen Semesterprogramms. Kommen Sie, hören und sehen Sie, greifen Sie zu und verbreiten Sie das neue Programm.

 

Referenten: Dr. Elisabeth Nüchtern, Prof. Dr. Jörg Winter, Klaus Nagorni
Musik: Peter Gortner, Kantor der Christuskirche Karlsruhe
Zeit:Mittwoch, 10. Juli, 10:00 bis 11:30 Uhr
Ort: Gemeindehaus Am Zwinger 5

 

 

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